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Mundgesundheit von Frauen Ein klinischer und epidemiologischer Problemaufriss
IDZ-Information Nr. 5/99
Ndouma, M.-M., Hinze, L., Robra, B.-P.
Mundgesundheit von Frauen – Ein klinischer und epidemiologischer Problemaufriss
Abstract
Fragestellungen der Frauengesundheit werden in der Öffentlichkeit in erster Linie mit mortalitätsstatischen Untersuchungen zur Lebenserwartung von Frauen und Männern verknüpft. Weiterführende Untersuchungen, die die medizinischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern in systematischer Weise aufgreifen, werden hingegen nur wenig wahrgenommen und stellen auch häufig eher ein medizinisches Randthema dar. Der vorliegende Problemaufriss von Ndouma, Hinze und Robra greift diese Fragestellung für das Gebiet der Zahnmedizin auf und analysiert anhand ausgewählter Forschungsliteratur den Stand der Dinge im Hinblick auf die epidemiologischen Prävalenzen und ätiologischen Hypothesen und Erkenntnisse bei Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten.
Die Arbeit macht auf der einen Seite deutlich, dass auch auf dem Gebiet der Zahnmedizin die biologischen Risiken, insbesondere die genetischen und hormonellen Faktoren bei der Erklärung der vorhandenen Ausprägungsunterschiede der Oralmorbidität zwischen Männern und Frauen große Bedeutung zu haben scheinen; auch spielen hier offenkundig soziologische Faktoren zu den kulturellen Geschlechtsrollen und den unterschiedlichen Risiken aus der sozialen Umwelt in das Problem der Krankheitsausprägungen hinein. Auf der anderen Seite wird deutlich, dass die zahnmedizinische und oralepidemiologische Forschung hier noch vor erheblichen Herausforderungen steht, um eine Vielzahl offener Fragen wissenschaftlich zu klären und um zu praktikablen geschlechtsspezifischen Präventionskonzepten zu kommen.
In der aktuellen Dritten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS III) des IDZ von 1999 stellt sich das epidemiologische Verteilungsbild zu dem zahnmedizinisch so wichtigen Krankheitsbild der geschlechtsspezifischen Karieserfahrung (DMFT) übrigens folgendermaßen dar:
| DMFT-Index | 12-Jährige | 35- bis 44-Jährige | 65- bis 74-Jährige |
| weiblich | 1,9 | 16,8 | 24,3 |
| männlich | 1,6 | 15,4 | 22,5 |
Die Autoren des vorliegenden Beitrages sind: Dr. Marguerite-Marie Ndouma, Dr. Liselotte Hinze, Prof. Dr. Bernt-Peter Robra von der Universität Magdeburg/Institut für Sozialmedizin.

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