|
Mundgesundheitsbez. Lebensqualität b. Patienten m. Zahnbehandlungsängsten Ergebnisse aus einer zahnärztlichen Angstambulanz
IDZ-Information Nr. 1/07
Mehrstedt, M., Tönnies, S., John, M., Micheelis, W.
Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität bei Patienten mit starken
Zahnbehandlungsängsten
Abstract
Das Inanspruchnahmeverhalten zahnärztlicher Dienstleistungen seitens der Bevölkerung hat sich in Deutschland in den letzten 15 Jahren stark verändert: Der Anteil der Menschen, die “kontrollorientiert”, also vorbeugend im Sinne eines Check-ups, zum Zahnarzt gehen, hat sich von rd. 46 % (1989) auf mittlerweile rd. 75 % (2005) erhöht.
Dennoch spielt im psychologischen Kontext des Inanspruchnahmeverhaltens zahnärztlicher Dienstleistungen das Thema der “Angst vor dem Zahnarztbesuch” auch heutzutage keineswegs eine randständige Rolle. Übersichten der internationalen Forschungsergebnisse zur Prävalenz bzw. Vorkommenshäufigkeit von Zahnbehandlungsängsten zeigen starke Angstprobleme bei rund 5–15 % der Bevölkerung. Und dass solche Verhaltensprobleme nicht nur massive Barrieren für einen präventionsorientierten Zahnarztbesuch auslösen, sondern auch die Verschleppungsgefahr oraler Erkrankungsverläufe heraufbeschwören, liegt auf der Hand. Weniger deutlich dürfte hingegen sein, dass auch die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität insgesamt durch übersteigerte Dentalängste erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Die vorliegende Pilotstudie mit dem Titel "Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität bei Patienten mit starken Zahnbehandlungsängsten" stellt die Ergebnisse aus einer zahnärztlichen Angstambulanz dar, in der Patienten mit einer umschriebenen Dentalphobie (gemessen mit dem “Dental Anxiety Scale” und dem “Dental Fear Survey”) hinsichtlich des Ausmaßes einer eingeschränkten mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität (gemessen mit dem “Oral Health Impact Profile”) untersucht wurden. Das Datenmaterial aus dieser Feldstudie zeigt eindrücklich, wie stark Zahnbehandlungsängste in das gesamte subjektive Erleben eingreifen und die orale Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen. Umfangreiche teststatistische Berechnungen runden das Gesamtergebnis ab; es werden Ansätze für die Patientenführung dieser “zahnbehandlungsängstlichen” Personengruppe diskutiert.

|