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Lebensqualitätsforschung in der Zahnmedizin Konzepte, Erfahrungen und Perspektiven
IDZ-Information Nr. 4/00
John, M., Micheelis, W.
Lebensqualitätsforschung in der Zahnmedizin: Konzepte, Erfahrungen und Perspektiven
Abstract
Fragestellungen zur Lebensqualität haben sich mittlerweile in der öffentlichen Diskussion einen festen Platz erobert. Auch in der Medizin wird seit einigen Jahren verstärkt über diese Thematik nachgedacht und geforscht, wobei gleichermaßen Aspekte der sogenannten Outcome-Forschung, der medizinischen Qualitätssicherung und der sozialwissenschaftlichen Patientenforschung angesprochen werden.
Ein Hauptkennzeichen der "gesundheitsbezogenen Lebensqualitätsforschung" sowohl im nordamerikanischen als auch im europäischen Bereich ist, dass die Selbstbeurteilung durch die Betroffenen (Patienten) stark im Vordergrund steht. Insofern ist aus einem methodischen Blickwinkel gesehen die Lebensqualitätsforschung in der Medizin – wenn man so will – in gewissem Sinne "Kundenforschung".
Der Begriff der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ist bis heute nicht abschließend definiert. Der Begriff umfasst aber zumindest drei wesentliche Dimensionen, nämlich eine somatische, eine psychische und eine soziale Dimension; wobei in Abhängigkeit vom jeweiligen Krankheitsbild die Gewichte und Wechselwirkungen zwischen diesen drei Faktoren sehr unterschiedlich sein dürften. Entscheidend ist aber in jedem Falle diese multidimensionale Konzeption des Begriffes selbst.
Auch auf dem Gebiet der Zahnmedizin hat sich in den letzten Jahren – vornehmlich ebenfalls im nordamerikanischen Raum – eine intensive Beschäftigung mit Fragestellungen zur "mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität" vollzogen, die zur Entwicklung einer ganzen Reihe von Messinstrumenten geführt hat. Dies ist bisher in Deutschland nur sehr am Rande wahrgenommen worden, obwohl auch hier zwischenzeitlich speziell auf dem Gebiet der Zahnprothetik und Implantologie ein deutliches Nachdenken über Aspekte der Lebensqualitätsmessung eingesetzt hat.
Der vorliegende Text mit dem Titel "Lebensqualitätsforschung in der Zahnmedizin: Konzepte, Erfahrungen und Perspektiven" möchte in knapper Form den Sachstand der Diskussion zur gesundheitsbezogenen Lebensqualitätsforschung für das zahnmedizinische Gebiet aufarbeiten und die Nützlichkeit entsprechender Forschungsanstrengungen verdeutlichen. Insbesondere verdient unter den entwickelten Erhebungsinstrumenten das sogenannte Oral Health Impact Profile (OHIP) von Slade und Spencer (1994) ganz besondere Beachtung, da es aufgrund seiner detaillierten und gleichzeitig kompakten Konzeption seinen Erkenntnisnutzen in einer Reihe empirischer Studien unter Beweis gestellt hat. Vor diesem forschungspolitischen Hintergrund sollte intensiv darüber nachgedacht werden, für den deutschsprachigen Raum eine gesamtdeutsche Normierung des OHIP als wissenschaftliches Referenzsystem bei einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe aufzulegen.
Die Autoren dieses Beitrages sind: Dr. med. dent. Mike John, Universität Halle und Universität Seattle/USA und Dr. disc. pol. Wolfgang Micheelis, Institut der Deutschen Zahnärzte/Köln.
Redaktion: Dr. Wolfgang Micheelis

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