Zur Situation ausländischer Zahnärzte in der BRD
Ergebnisse einer Umfrage


IDZ-Information Nr. 1/91
Neuhaus, I.
Zur Situation ausländischer Zahnärzte in der Bundesrepublik Deutschland

Abstract

1988/89 führte das IDZ eine Umfrage unter ausländischen Zahnärzten durch, die sich in den letzten drei Jahren in der Bundesrepublik Deutschland niedergelassen haben. Ziel der Untersuchung war es, festzustellen, wie die Motive aussahen, die zu diesem Schritt führten, welche Probleme bei Niederlassung und Praxistätigkeit auftraten und welche Hilfestellungen von seiten der Kammer und der Kollegenschaft erwartet wurde.

Die Untersuchung zeigt, dass die meisten ausländischen Zahnärzte aus den Nachbarländern Niederlande, Schweden und Dänemark stammen. Als Motivation zur Niederlassung standen dabei private Überlegungen im Vordergrund. Daneben spielten ökonomische und qualitative Versorgungsgesichtspunkte eine bedeutende Rolle.

Als Probleme der Niederlassung in der Bundesrepublik wurden angegeben: Die Dominanz der Kassen, die sich ständig ändernden Gebührenordnungen, die Diskrepanz zwischen guter und aufwendiger Arbeit und ihrer Honorierung, zu hoher Verwaltungsaufwand, zu starke Bürokratisierung bei zu kompliziertem Abrechnungssystem. Trotz dieser Probleme, die ein Teil der ausländischen Zahnärzte zu bewältigen hatten, würde 90 Prozent nicht wieder in die Heimat zurückkehren, auch wenn sich die Situation dort verbessern würde. Mit ihren Problemen fühlte sich ein Teil der ausländischen Zahnärzte allein gelassen. Sie wünschten sich deshalb mehr Hilfestellung von zahnärztlichen Organisationen.