Die Angst vor einem endodontischen Eingriff
Untersuchung zur Angstreduktion durch eine den Behandlungsablauf darstellende Broschüre


IDZ-Information Nr. 2/98
Kühnert, A.
Die Angst vor einem endodontischen Eingriff in der zahnärztlichen Praxis - Eine Untersuchung zur Angstreduktion durch eine den
Behandlungsablauf darstellende Broschüre


Abstract

Das oralpräventive Verhalten der Bevölkerung hat sich in Deutschland in den letzten 15 Jahren deutlich verbessert: Insbesondere auch der regelmäßige Kontrollbesuch beim Zahnarzt ist in diesem Zusammenhang zu einem wichtigen und weit verbreiteten Gesundheitsverhaltensmuster geworden. Auf der anderen Seite zeigen aber sowohl Alltagserfahrungen in der Zahnarztpraxis als auch angstepidemiologische Erhebungen des In- und Auslands, daß die viel zitierte “Zahnarztangst” bzw. die Angst vor zahnärztlichen Eingriffen in Teilen der Bevölkerung - keineswegs nur bei Kindern - nach wie vor ein Problem darstellt, das den Zahnarztbesuch psychologisch modelliert. In der bevölkerungsrepräsentativen Erhebung zum Mundgesundheitszustand und -verhalten von 1989 des IDZ wurde beispielsweise in der ErwachsenenBevölkerung (35 - 54 Jahre) ein Anteil von rund 15 Prozent ermittelt, der eine überdurchschnittliche Dentalangstausprägung aufwies; ein ganz ähnlicher Anteilswert wurde übrigens auch gerade in einer großen Studie für die amerikanische Bevölkerung errechnet (vgl. Dionne, R. A. et al.: Assessing the Need for Anesthesia and Sedation in the General Population. JADA, Vol. 129, February 1998). Die Arbeit greift diese Thematik auf und beschreibt die Durchführung eines verhaltenswissenschaftlichen Experiments, mit dessen Hilfe die praktische Möglichkeit einer Angstreduzierung (Entängstigung) am konkreten Beispiel einer zahnärztlich-endodontischen Behandlung aufgezeigt werden sollte. Im Ergebnis wird deutlich, daß durch eine leicht verständliche Informationsbroschüre für den Patienten (die die wichtigsten Schritte der geplanten Behandlung erläutert) bestehende Behandlungsängste spürbar reduziert werden können. Auch zeigte sich, daß diejenigen Patienten, die unregelmäßig zum Zahnarzt gehen, einen höheren Angstwert zeigten als diejenigen, die regelmäßig zahnärztliche Dienste nachfragen.

Die Autorin dieses Berichts ist Dr. Andrea Kühnert/Zahnärztin in Melle. Diese Arbeit stellt eine Zusammenfassung einer zahnmedizinischen Doktorarbeit dar, die 1997 am Institut und der Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universität zu Köln maßgeblich betreut wurde.

Info2-98.pdf