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Individualprophylaxe bei Erwachsenenen Erfahrungen, Problemsichten und Perspektiven bei niedergelassenen Zahnärzten
IDZ-Information Nr. 4/01
Schneller, T. / Micheelis, W. / Hendriks, J.
Individualprophylaxe bei Erwachsenen. Erfahrungen, Problemsichten und Perspektiven bei niedergelassenen Zahnärzten in Deutschland
Abstract
In der öffentlichen Meinung wird das Thema der Oralprophylaxe ganz überwiegend mit der Kariesprophylaxe im Kinder- und Jugendalter in Verbindung gebracht. Gerade weil auf diesem speziellen Gebiet der präventiven Zahnheilkunde die Erfolge in den letzten 10–15 Jahren in Deutschland so außerordentlich eindrucksvoll sind, wird häufig zu wenig gesehen, dass prinzipiell auch im Erwachsenen- bzw. Seniorenalter große präventive Potenziale bestehen, um Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten vorzubeugen oder zumindest in ihrem Krankheitsverlauf wirkungsvoll abzumildern.
Das Gebiet der "Erwachsenenprophylaxe" ist aus zahnmedizinischer Sicht aber naturgemäß komplexer als entsprechende Interventionsansätze im Jugendalter, da sich einerseits gesundheitsriskante Verhaltensmuster bei den Patienten psychologisch sehr viel stärker eingeschliffen haben und andererseits klinische Wechselwirkungen zwischen oraler und allgemeiner Gesundheit bzw. zwischen oralen und allgemeinmedizinischen Erkrankungen erheblich an Bedeutung gewinnen (beispielsweise: Tabakrauchen als übergreifender Risikofaktor, chronische orale Infektionen als Risikofaktor für systemische Erkrankungen, zahnmedizinische Aspekte des Diabetes mellitus usw.). Und die demographischen Veränderungen im Altersaufbau der modernen Industriegesellschaften mit ihrem erheblichen Zuwachs älterer und alter Menschen in der Gesamtbevölkerung werden die sozialmedizinische Bedeutung dieser Fragen noch weiter ausdifferenzieren. Vor diesem Hintergrund möchte die Arbeit "Individualprophylaxe bei Erwachsenen" ein aktuelles Schlaglicht setzen und auf der Grundlage einer bundesweiten Erhebung bei niedergelassenen Zahnärzten in Deutschland die bisherigen Erfahrungen Problemsichten und Perspektiven auf dem Gebiet der "Erwachsenenprophylaxe" analysieren. Selbstverständlich versteht sich die Arbeit als eine Momentaufnahme zum gegebenen Befragungszeitpunkt (2000); klar ist, dass die Befragungsergebnisse auch im Kontext jeweils vorgegebener gesellschaftlicher und gesetzlicher Rahmenbedingungen der zahnärztlichen Berufsausübung gesehen werden müssen. Insofern versteht sich die vorliegende Arbeit als Diskussionsanstoß auf empirischer Grundlage.
Das Befragungsprojekt wurde vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)/Abteilung für Medizinische Psychologie durchgeführt. Die Autoren dieses zusammenfassenden Ergebnisberichtes sind: Dr. Thomas Schneller/Medizinische Hochschule Hannover, Dr. Wolfgang Micheelis/Institut der Deutschen Zahnärzte, Dr. Jörg Hendriks/Zahnarzt in Aurich.

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