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Patientenmitarbeit (Compliance) in der Kieferorthopädie Eine Übersicht über die kieferorthopädische Compliance-Forschung und künftige Forschungsfragen IDZ-Information Nr. 3/87 Wilker, F.-W. / Huppmann, G. / Becker, S. Patientenmitarbeit (Compliance) in der Kieferorthopädie - eine Übersicht Abstract Nicht zuletzt vor dem sozialmedizinisch-epidemiologischen Hintergrund einer steigenden Zahl kieferorthopädischer Behandlungen sind Fragen der Versorgung von Zahnstellungs- und Bisslagefehlern verstärkt in das öffentliche Bewusstsein getreten. Beispielsweise wurden im Jahre 1985 im System der Gesetzlichen Krankenversicherung der Bundesrepublik Deutschland 1,363 Milliarden DM für den Bereich der kieferorthopädischen Behandlung ausgegeben (Quelle: Abrechnungsstatistik der KZBV). Bei der Diskussion über diesen Versorgungsbereich spielt das Problem der Patientenmitarbeit (Patienten-Compliance) eine wichtige Rolle. Dies kann auch nicht überraschen, da kieferorthopädische Behandlungen einige Besonderheiten in der Versorgungssituation aufweisen: ganz überwiegend sind Kinder und Jugendliche betroffen, darüber hinaus erstrecken sich die Behandlungen häufig über einen mehrjährigen Zeitraum; auch ist nicht selten die subjektive Beschwerdebelastung nur von untergeordneter Bedeutung. Nach systematischen Erhebungen kann man davon ausgehen, dass im Durchschnitt ca. 20 % der Kieferorthopädie-Patienten die Therapie vorzeitig abbrechen. Die Arbeit gibt in knapper Form einen Überblick über wichtige Ergebnisse der kieferorthopädischen Compliance-Forschung; gleichzeitig vermittelt die Arbeit dem Leser einen kritischen Ausblick auf künftige Forschungsfragen und Forschungsprobleme. Die Arbeit gibt auch dem mit der Thematik nicht so vertrauten Leser eine instruktive Übersicht über ein wichtiges Forschungsfeld und kann darüber hinaus deutlich machen, welchen hohen Stellenwert das Compliance-Problem bei der kieferorthopädischen Versorgung innehat. Zukünftig wird es auch darauf ankommen, den gesicherten Erkenntnisstand zu dieser Thematik mit systemtheoretischen Betrachtungen des Gesundheitswesens zu verknüpfen, um die Auswahl geeigneter Steuerungsinstrumente voranzutreiben. |