Stress und Parodontitis: Neue Erkenntnisse zu einer alten Vermutung
Was ist dran an der Stress-Parodontitis-Hypothese?


IDZ-Information Nr. 2/04
Deinzer, R.
Stress und Parodontitis: Neue Erkenntnisse zu einer alten Vermutung

Abstract

Fragestellungen der Stressmedizin haben in den letzten Jahren sowohl in der klinischen und epidemiologischen Forschung als auch im ärztlichen Versorgungsalltag deutlich an Bedeutung gewonnen. Und auch in der Zahnmedizin wird mittlerweile dieser Fragestellung an der Schnittstelle von Verhalten und Befund verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt, wobei die parodontologische Forschung hier eine führende Rolle übernommen hat. Dabei wird dem Stressgeschehen zunehmend der Charakter eines eigenständigen psychosozialen Risikofaktors bei der Verursachung und dem Verlauf einer Erkrankung des Zahnhalteapparates – selbstverständlich neben anderen Risikofaktoren wie Art und Umfang der Mundhygiene, Nikotinabusus, hormoneller Status usw. – eingeräumt.

Vor diesem vielfältigen Hintergrund fasst der folgende Übersichtsbeitrag den Stand der Erkenntnislage zur evidenzbasierten Gültigkeit der Stress-Parodontitis-Hypothese zusammen und identifiziert auf der Grundlage der Durchsicht der internationalen Forschungsliteratur die wichtigsten Desiderate, um auch die Anwendungsmöglichkeiten der gegebenen Forschungsdaten für die zahnärztliche Praxis bei der Versorgung parodontalerkrankter Patienten nutzbar zu machen. Die Autorin PD Dr. rer. nat. Renate Deinzer arbeitet als Hochschuldozentin am Institut für Medizinische Psychologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Redaktion: Dr. Wolfgang Micheelis (IDZ)

Info-2-2004-IDZ.pdf