Kostenexplosion durch Prävention?
Orale Gesundheitsgewinne im Alter und versorgungspolitische Konsequenzen


Gesamtbearbeitung von S. Ziller und W. Micheelis
mit Beiträgen von
R. Biffar, P. Boehme, W. Kirch, A. Künkel, W. Micheelis, D. Oesterreich, E. Reich, M. Schneider, F. W. Schwartz, J. Weitkamp, S. Ziller
IDZ-Materialienreihe Band 26
Deutscher Zahnärzte Verlag 2002
ISBN 3-934280-37-4
Bezugspreis: 39,95 EUR


Abstract

In dieser Publikation sind die Beiträge eines interdisziplinären Referentenkreises dokumentiert, die im Rahmen eines Workshops der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) im Oktober 2001 in Berlin vor einem fachverständigen Teilnehmerkreis aus Forschung und Politik gehalten wurden. Alle Beiträge wurden für die vorliegende Publikation von den Referenten noch einmal überarbeitet und insbesondere auch in die vorhandene Forschungsliteratur detailliert eingeordnet bzw. bibliografisch geankert. Zusätzlich enthält die Publikation eine ausführliche Dokumentation der Podiumsdiskussion mit den Referenten im Rahmen der Veranstaltung und eine – englischsprachige – Gesamtzusammenfassung zu der gewählten Fragestellung dieses Workshops.

Thema der Veranstaltung war eine umfassende Aufarbeitung der Problemstellungen und gegenwärtigen Erkenntnisse zu dem Zusammenhang zwischen oralpräventiven Ansatzpunkten und Erfolgsmöglichkeiten, gesundheitsökonomischen Kosten-Nutzen-Kalkülen und demografischen Entwicklungstrends bei der stark anwachsenden Teilgruppe der älteren und alten Menschen in Deutschland. Das Fazit der Veranstaltung lautete: Eine oralpräventive Versorgung sollte den gesamten Lebensbogen eines Menschen umfassen. Wesentliches Ziel einer lebenslang begleitenden Prophylaxe ist ein Zusammendrängen des Zahnverlustrisikos auf einen möglichst späten und möglichst kurzen Abschnitt der Lebenszeit eines Menschen. Diese "Kompression der Morbidität" führt zweifellos zu einem erhöhten oralen, aber auch allgemeinen Gesundheitsgewinn über eine größere Lebensspanne eines Menschen und damit auch zu einer verbesserten Lebensqualität der Bevölkerung insgesamt. Nach Einschätzung der Referenten wird es eine echte Kostenexplosion durch zahnmedizinische Prävention im Alter nicht geben, ebenso aber auch keine kurzfristigen Ausgabensenkungen für alle Altersgruppen gleichermaßen. Dabei wird die Kosten-Nutzen-Relation der Oralprophylaxe ganz entscheidend auch von der demografischen Entwicklung nach Umfang und Altersschichtung der Bevölkerung in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten beeinflusst.

InhaltsverzBd26.pdf