Amalgam im Spiegel kritischer Auseinandersetzungen
Interdisziplinäre Stellungnahmen zum "Kieler Amalgam-Gutachten"


von S. Halbach, R. Hickel, H. Meiners, K. Ott, F. X. Reichl, R. Schiele, G. Schmalz, H. J. Staehle
unter Mitarbeit von H. Dahs
Materialienreihe Band 20
Deutscher Ärzte-Verlag 1999
ISBN 3-7691-7847-5
Bezugspreis: 29,95 EUR


Abstract

Das sog. "Kieler Amalgam-Gutachten" von 1995/1997 wird immer wieder in den Medien zitiert und hat bedauerlicherweise auch viele zahnärztliche Patienten tief verunsichert. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) sah sich daher veranlasst, ausgewiesene Fachleute aus dem Bereich der Toxikologie, der Arbeits- und Umweltmedizin sowie der Zahnmedizin und zahnärztlichen Werkstoffkunde um die Abgabe einer Stellungnahme zu bitten. Die in den letzten Jahren z. T. heftig geführte öffentliche Diskussion um Amalgam mündet stets in die zentralen Fragen nach dem toxikologischen Stellenwert des darin enthaltenen Quecksilbers (Hg) und nach den zahnmedizinischen Notwendigkeiten für eine Beibehaltung dieses Füllungsmaterials. Unter diesen beiden Gesichtspunkten wurde in dem vorliegenden IDZ-Band zu ausgewählten Aussagen des "Kieler Amalgam-Gutachtens" exemplarisch Stellung genommen. Eine Einordnung des Gutachtens aus strafprozessrechtlicher Sicht ergänzt die Stellungnahme.

Im Ergebnis zeigt sich, dass das "Kieler Amalgam-Gutachten" eine Vielzahl wissenschaftlich-methodischer Mängel aufweist, teilweise widersprüchlich argumentiert und das Gebot einer ausgewogenen Risikoabschätzung des Füllungswerkstoffes Amalgam unter Berücksichtigung alternativer Dentalmaterialien vermissen lässt. Von daher muss der wissenschaftliche Wert des "Kieler Amalgam-Gutachtens" als sehr zweifelhaft bewertet werden. Die Ausführungen scheinen nicht geeignet, ein objektives Meinungsbild über die gesundheitliche Verträglichkeit des Füllungswerkstoffs Amalgam herbeizuführen.